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Steuern / Umsatzsteuer 
Donnerstag, 22.10.2020

Umsatzsteuer: Sonstige Leistungen eines Berufsreiters, der einen Turnier- und Ausbildungsstall betreibt

Der Bundesfinanzhof hatte zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung der Leistungen eines Berufsreiters zu entscheiden. Fraglich war, ob ein Berufsreiter eine Leistung im Rahmen eines Leistungsaustausches gegen Entgelt erbringt, wenn er mit in seinem Miteigentum stehenden Pferden an Turnieren fremder Veranstalter teilnimmt und ausschließlich im Fall der erfolgreichen Teilnahme Preisgelder in Höhe seines Anteils an dem Pferd erhält. Zu entscheiden war, ob die Ungewissheit des Entgeltes den für einen Leistungsaustausch erforderlichen unmittelbaren Zusammenhang entfallen lässt, wenn das platzierungsabhängige Preisgeld nicht vom Veranstalter direkt, sondern von dem Berechtigten (Pferdeeigentümer) an den Unternehmer (Berufsreiter) gezahlt wird.

Zu klären war weiterhin, ob die Leistungen, die der Berufsreiter als Unternehmer im Rahmen seines Turnier- und Ausbildungsstalles hinsichtlich der Pferde erbringt, die in seinem Miteigentum stehen, einheitliche steuerbare und steuerpflichtige Leistungen eines Gesellschafters darstellen, auf die die Mindestbemessungsgrundlage anzuwenden ist.

Der BFH entschied, dass Preisgelder, die ein Reiter im Falle einer erfolgreichen Teilnahme an einem Turnier (vom Veranstalter oder vom Eigentümer des Pferdes) erhält, kein Entgelt für eine steuerbare Leistung des Reiters sind. Die Gewährung unentgeltlicher sonstiger Leistungen aus unternehmerischen Gründen sei nicht steuerbar (Az. XI R 25/18).

Aufwendungen für die Vorbereitung und Teilnahme von Pferden an Turnieren stünden bei einem Unternehmer, der einen Turnier- und Ausbildungsstall betreibe, in einem direkten und unmittelbaren Zusammenhang mit seiner gesamten wirtschaftlichen Tätigkeit, wenn die Pferde tatsächlich für den Verkauf bestimmt seien oder die Teilnahme an Turnieren objektiv ein Mittel zur Förderung der wirtschaftlichen Tätigkeit seines Unternehmens sei.

Die Mindestbemessungsgrundlage des § 10 Abs. 5 UStG sei nur auf solche entgeltlichen Leistungen anzuwenden, die auch bei unentgeltlicher Erbringung steuerbar wären.

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